Bärlauch Pesto selbstgemacht & kleine Bärlauch-Wissenskunde #Bärlauch #Frühlingsrezepte #Food #Bärlauchkunde

Endlich ist wieder Bärlauchzeit. Bei uns im Garten wächst er im heimischen Gemüsebeet und wenn ich mal etwas mehr davon benötige oder lieben Besuch aus Berlin bekomme, dann können größere Mengen des leckeren *Krauts* auch im 3 Minuten entfernten Waldstückchen hinter dem Damm taufrisch gepflückt werden.

Wir haben nämlich tatsächlich das große Glück, dass sich viele Millionen Bärlauchpflanzen dort angesiedelt haben und sich ungestört von Jahr zu Jahr vermehren können. Dabei steigt einem der feine Knoblauch-Duft des jungen Bärlauchs bereits auf dem Damm in die Nase. Einfach wunderbar.

Bärlauch 2

Da ich immer wieder gefragt werde, wie man Bärlauch von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen unterscheiden kann, habe ich euch hier mal ein paar Fakten zusammengetragen :

Der Knoblauchduft

Bärlauch wird auch wilder Knoblauch genannt und gerade die jungen Blätter riechen angenehm nach Knoblauch, wenn man diese zwischen den Fingern zerreibt.

Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sind geruchslos. Bitte sofort die Hände gründlich waschen, wenn ihr solch ein Blatt erwischt habt.

Die Blätter

Bärlauchblätter sind mattgrün und weich. Sie haben eine deutliche Gliederung und lanzettähnliche Blattfläche sowie einen dünnen Blattstiel, die Blätter wachsen einzeln aus dem Boden.
Maiglöckchenblätter sind dunkelgrün, fest, glänzen auf der Blattunterseite, wachsen paarweise am Stengel, umfassen den Stiel der länger aus dem Boden ragt.
Herbstzeitlose: die Blätter sehen schmal länglich-lanzettlich aus, wachsen direkt am, im Boden befindlichen Stengel, kein Blattstiel, wachsen zu mehreren Blätter aus einem Stengel, die jüngeren Blätter werden dabei von den älteren umhüllt, hochgifitg!
Zwischen den Blättern, in der Mitte des Stiels, befindet sich die Samenkapsel.

Ein wirklich gutes Merkmal sind die Blätter des Bärlauchs, diese wachsen immer einzeln aus dem Boden, die frischen, kleinen Blätter des ersten Bärlauchs im Frühjahr sind dabei am aromatischsten.

Bärlauch

Die Blüten

Bärlauchblüte: weiß, Sammelblüte, wächst in der Hülle nach oben
Maiglöckchenblüte: weiß, viele kleine Blüten hängen vom Blütenstiel
Herbstzeitloseblüte: Herbstblüte, violett

Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann lasst bitte die Finger von Wildkräutern jeglicher Art. Vergiftungen können euch das Leben kosten!!!

Kann man Bärlauch noch pflücken, wenn er blüht???

Ein weiterer Mythos besagt, dass man Bärlauch nicht mehr Pflücken darf, wenn er anfängt zu blühen. Dies ist Unfug. Bärlauch wird dann weder giftig noch ungeniessbar. Er verliert lediglich an Aroma, da sich die ganze Kraft auf die Blüte des Bärlauchs konzentriert. Die Knospen des Bärlauchs können sogar eingelegt werden, ähnlich wie Kapern und selbst die Blüten an sich sind essbar. Sie schmecken allerdings nicht wirklich nach dem typischen Bärlauch-Aroma. Wenn der Bärlauch bereits blüht, solltet ihr auf die kleinsten und frischesten Blätter zurück greifen, da diese noch am meisten Aroma enthalten.

Soviel zur kleinen Bärlauchkunde. Kommen wir zu unserem selbstgemachten Bärlauch-Pesto!

BÄRLAUCH-PESTO

Zutaten :

  • Ein Bund frische Bärlauchblätter
  • 2 Handvoll Pinienkerne
  • 1 kleine Tasse gutes Olivenöl
  • 1 kleine Tasse frisch geriebenen Parmesan
  • eine Prise Salz – ich habe rosa Punjab Kristallsalz von Gewürze der Welt benutzt

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Den frischen Bärlauch gut waschen und in den Mixer geben. Die Pinienkerne in der Pfanne anrösten, das gibt ein besonders gutes Aroma. Diese dann zum Bärlauch geben, ebenso den frisch geriebenen Parmesan. Als letztes das Olivenöl in den Mixer geben. Bitte nutzt ein gutes Öl. Mit dem Öl steht und fällt so ein Pesto. Nun noch mit einer Prise Salz abschmecken und schon kann alles im Mixer gut zerkleinert werden. Sollte euer Pesto zu fest sein, einfach noch etwas Öl dazu geben, bis eine cremige Konsistenz erreicht wurde.

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Das Pesto in saubere, heiss ausgespülte Gläser geben und im Kühlschrank aufbewahren.

Bärlauchpesto schmeckt wunderbar zu frischer Pasta oder auch zu frisch gebackenem Brot. Einfach ein Genuss. Übrigens kann man das Pesto auch super in einer Eiswürfelform einfrieren und so Portionsweise aufgetaut werden.

Letztes Jahr habe ich euch schon ein Rezept für ein leckeres Bärlauch Salat-Dressing HIER!!! klicken gezeigt. Und auch Bärlauchsalz findet ihr dort schnell und einfach hergestellt. Übrigens macht sich getrockneter und zerkleinerter Bärlauch auch super in eurer Brotbackmischung, im Faltenbrot oder als Bärlauchbutter. Auch Bärlauchpasta ist zwar etwas aufwendiger aber durchaus die Arbeit wert.

Geniesst ihr die Bärlauchsaison oder könnt ihr dem grünen Blattwerk so gar nichts abgewinnen???

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13 comments

  1. Kathrin Nöbel says:

    Lecker lecker sag ich bloß! Du hast ein Glück gleich neben der Haustür solch feine Kräutlein zu finden…wir müssen ein ganzes Stück dafür fahren! Ein wirklich toll geschriebener Bericht,sollte sich jeder durchlesen der vorhat Bärlauch zu sammeln.Dankeschön!

    • Frini says:

      Huhu Kathrin,

      da hast du sowas von Recht. Als ich das damals entdeckte, kam ich tatsächlich gerade vom Markt und hatte für 10 Bärlauchblätter vergleichsweise richtig viel Geld gezahlt 😉 . Inzwischen haben wir ihn auch im eigenen Garten und gerade kürzlich zog der gute Mannheimer Bärlauch sogar nach Brandenburg 😉 .

      Liebste Grüße *Frini*

  2. Sabine Schneider says:

    Ich liebe Bärlauch in allen möglichen Arten. Suppe und natürlich auch Pesto.
    Auch klein geschnitten in Frischkäse oder aufs Butterbrot. Einfach ein Genuss
    Hast du schon mal Brenessel Spinat probiert? Auch so ein Genuß aus dem Frühling
    Gruß Bine

  3. Angelique says:

    Huhu Liebes,
    Danke für diese wirklich schöne Aufklärung.
    Und habe ich schon einmal erwähnt, dass ich mein ganz persönliches „Mannheimer Barlauch Pesto“ liebe? 😀

    Liebe Grüße,
    Angelique

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