Mit „Eat the World“ auf kulinarischer Entdeckungstour durch Frankfurts Nordend

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Ich liebe ja gutes Essen. Diese durchaus positive Schwäche hatte ich schon immer, solange ich zurück denken kann. Schon als Kind war ich immer die, die eher frisch mitkochen wollte und ich wollte auch immer genau wissen, wie man was macht und was drin war in den Gerichten meiner Oma Krümel. Heute bin ich ein klassisches Neuheiten und Verpackungsopfer. Essen muss bei mir innovativ, lecker und schön anzusehen sein, dann ist es perfekt. Wenn dann auch noch das Ambiente stimmt, bin ich durchweg glücklich.

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Deshalb freue ich mich auch sehr, dass ich euch heute mit auf eine kulinarisch-kulturelle Reise durchs Nordend in Frankfurt nehmen darf. Dank Eat the World.com durften die liebe Michelle von Mimos-Welt und ich vor einer Woche, den Samstag Nachmittag nämlich genau dort mit einigen anderen Food-Begeisterten verbringen und gingen auf einen wundervollen Streifzug quer durch Zitronenkuchen, Antipasti, leckerster Schokolade und original Frankfurter *grüne Sauce* erleben. Wenn ihr bisher noch keinen Appetit hattet, so wird sich das in den folgenden Minuten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ändern 😉 .

Was ist Eat the World eigentlich??

Kulinarisch-kulturelle Stadtführungen

eat-the-world bietet seit 2008 einmalige kulinarisch-kulturelle Stadtführungen an. Wir möchten Ihnen einen Blick hinter die Kulissen einer Großstadt vermitteln und führen Sie abseits der Touristenpfade durch kleine, authentische Viertel.

Jede Stadtführung von uns beinhaltet genussvolle Kostproben von einzigartigen Restaurants, Feinkostläden und Imbissen sowie einen Blick ins echte Leben – Geschichte, Kultur, Architektur und Unterhaltungsangebote.

( Quelle : eat-the-world.c0m )

 In folgenden Städten finden derzeit Eat-the-World Touren statt und können über die Web-Seite gebucht werden :

So nun aber zu unserer Food-Tour in Frankfurts Nordend :

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Wir trafen uns um 13.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein mit einigen anderen Kultur- und Food-Begeisterten, sowie unserem Food-Guide „Sascha Mahl“ vor dem ersten geschichtsträchtigen Haus, in welchem früher Mal, zu Zeiten als das Nordend noch günstige Wohnungen und Standort vieler Studenten und Freigeister bot, unser Ex-Aussenminister Joschka Fischer in einer WG lebte. Heute befindet sich im Erdgeschoss das Harveys. Ein hübsches, kleines Bistrorant. Solltet ihr mal in einem Harveys zu Gast sein, so sei erwähnt, dass Harveys keine Gastronomie-Kette ist. Nein, mit dem Namen HARVEY wird Harvey Milk gedacht. Er war der erste offen bekennende schwule Politiker der USA und ist bis heute unvergessen. Viele Gastronomen gedenken ihm durch die Namensgebung.

Zuerst wurde uns von Sascha ein wenig etwas zum Wandel des Nordend in den letzten Jahren erzählt, denn wir sooft, wurde auch im Nordend in den letzten Jahres günstiger Wohnraum zu luxussanierten Lofts und Altbauwohnungen umgewandelt und so erfreut sich das Nordend immer grösserer Beliebtheit bei aufstrebenden Geschäftsleuten. Hier finden sich viele kleine und mit Liebe geführte Gastronomie-Betriebe neben Geschäften mit Tradition und Geschichte.

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So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass uns unser erster Weg zu einer von insgesamt 7 vorgesehenen Stationen auf unserer Tour zu einem traditionellen Bäckerei-Betrieb den Conditorei KRONBERGER führte.

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Hier wird noch gebacken wie früher und so wundert es auch niemanden, wenn sich am Wochenende morgens eine Meter-lange Schlage vor dem Laden einfindet. Hier stehen die Menschen gerne Zeitung-lesend auch mal etwas länger für ihre Frühstücksbrötchen an. Tradition und Geschmack setzen sich eben auch hier im Zeitgeist der Menschen durch.

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Wir bekamen traumhaft leckeren und fluffigen Zitronenkuchen zum Probieren vorgesetzt. Natürlich wurde dieser durchweg mit frischen Zitronen hergestellt und das schmeckt man auch einfach. Wahnsinnig lecker und ich habe seitdem selbst bereits 2 Mal das traditionelle Zitronenkuchen Rezept meiner Oma Krümel aus dem Schrank gekramt und nachgebacken.

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Nach ein paar Minuten Fussmarsch fanden wir uns auch schon vor unserer 2.Lacation, dem FAMILIENBETRIEB wieder. Hier schwingt die zauberhafte Eva Sailer seit Eröffnung den Zauberstab und bietet in einem wundervollen Ambiente, Familien mit Kindern aber auch allen anderen Freunden, der guten Küche einen Anlaufort zum Wohlfühlen und Verweilen.

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Der Familienbetrieb findet sich im Hinterhof in einem der vielen im Nordend zu findenden ehemaligen Werkstatt und Bürogebäuden. Früher wohnte man im Hauptgebäude an der Strasse und ging zum Arbeiten einfach ein paar Meter über den Hof zu den kleinen Hinterhof-Gebäuden.

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Diese erfreuen sich heute grosser Beliebtheit zum Wohnen oder eben, um nette, kleine Familienbetriebe zu beheimaten. In jedem Winkel des Familienbetriebes sieht man die Liebe und das Herzblut mit welchem hier eingerichtet und gearbeitet wird.

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Läuft man durch die verwinkelten Zimmer des Gebäudes, so kommt man in einen kleinen, zauberhaften Hinterhof. Hier durften wir einen Grünkern-Klos mit Frühlingszwiebeln und getrockneten Tomaten im Weck-Glas geniessen.

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Geschmacklich ein Genuss auf gehobenem Niveau.

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Station No 3 fand sich kurz darauf vor dem kleinen italienischen Laden *DIE OLIVE*.

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Hier findet man herzhaften Käse, saftige Salami-Kreationen, sowie Weine und Öle. Geführt wird die Olive übrigens nicht, wie man vermuten könnte von einem alten italienischen Ehepaar. Nein, die Olive wurde vor Jahren von den ursprünglichen Inhabern verkauft und eine damalige Stammkundin packte kurzerhand die Gelegenheit beim Schopfe. Kündigte ihren sicheren Job und übernahm die Olive selbst. Bis heute hat sie ihre Entscheidung nicht bereut.

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Hier bekamen wir einen grossen Teller voller pikanter und milder Salami, sowie schwarzen und grünen Oliven vorgesetzt. Geschmacklich ein Genuss. Vor allem auch, weil es diese Kombination auch bei uns zu Hause des Öfteren so zu finden gibt.

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Entlang der Strassen des Nordend und vorbei an einer hübschen Kirche, welche aus verschiedenen baulichen Elementen vom längst vergangenen Weltkrieg bis hin zur Neuzeit zusammengesetzt ist und sich wunderbar ins Bild des aufstrebenden Stadtteils einfügt, kamen wir zur 4.Station, welche die süsse Phase der Nordend-Tour einläutete. Wer Schokolade liebt, ist in Michis Schokoatelier mehr als goldrichtig.

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Das mit Liebe geführte kleine Ladengeschäft wurde bereits mehrfach in verschiedenen TV-Sendungen vorgestellt und hier findet sich für jeden Anlass, das passende Schokoladen-Träumchen.

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Wir bekamen gleich drei der verboten leckeren Köstlichkeiten aus zartschmelzender Schokolade zum Probieren vorgesetzt. Eine weisse Trüffelpraline, ein Schokokrispie und eine sehr gute Zartbitterschokolade. Ich kann nicht sagen, was am Besten schmeckte, denn jedes Stück hatte seinen ganz eigenen Charme.

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Neben Pralinen und wunderbaren Schokoladentafeln, findet ihr hier auch Schokoladengeschenke und Mitbringsel jeglicher Art und Form.

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Und schon kommen wir auch schon fast zur 5. kulinarischen Genuss-Station, vorher gab es aber wieder eine kleine Anekdote zur Stadtteil-Geschichte. Das Gebäude auf dem folgenden Foto zeigt nicht nur ein Cafe / Bistro, nein, früher beherbergte es eine Reihe von Volksduschen. Damals fand man in den Wohnungen in Nordend nur selten Duschen oder Badewannen und so wurde den Bürgern dieses Gebäude von einem Wohltäter gestiftet. Hier konnten Männlein und Weiblein strikt voneinander getrennt in 13 Duschen der Körperhygiene für kleines Geld nachgehen. Und auch heute noch befinden sich hier ein paar wenige überbliebene Duschkabinen im Gebäude und können gegen eine kleine Gebühr von jedermann genutzt werden. Seife und Handtuch muss übrigens selbst mitgebracht werden 😉 .

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Nun aber weiter zum MINT. Mit dem Mint erfüllte sich die Besitzerin einen lang gehegten Lebenstraum mit der Eröffnung eines eigenen Eisgeschäftes. Denn bereits als Kind träumte sie davon, mit ihrem zukünftigen Ehemann eine Eisdiele zu eröffnen.

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Der Ehemann liess lange auf sich warten, als dieser aber endlich gefunden war, stand der Geburt der Eisdiele MINT endlich nichts mehr im Wege. Hier wird auf Zutaten und Herstellung grossen Wert gelegt und auch Veganer kommen voll und ganz auf ihre Kosten mit den weit über 20 tollen Eissorten.

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Jeder durfte sich hier eine Eiskugel nach Wahl aussuchen. Für mich gab es Zitrone-Limette und es war einfach nur erfrischend köstlich.

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Dazu noch der Ausblick auf einen heissen Bewohner des Hauses gegenüber, welcher bei offenem Fenster mit freiem Oberkörper mit dem Bügeleisen kämpfte und Michelle und ich schmolzen dahin 😉 , wie unser leckeres Eis in der Sonne.

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Schnell weiter ging es dann zu einem kurzen Ausflug ins Grüne. Wir fanden uns in einem kleinen, super gepflegten und schönen Parkgelände wieder. Hier können sich alle Anwohner und Touristen tagsüber gratis die Zeit vertreiben und entspannen, sowie Spazieren gehen.

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Durch ein grosses Tor gelangt man hier dann auch in den chinesischen Garten und fühlt sich, wie auf einen anderen Kontinent versetzt. Ein zauberhaftes Stückchen Erde. Nachts ist der Park übrigens abgeschlossen. Warum ich euch all das erzähle? Ganz einfach, weil der Park von der Familie Bethmann damals aufgebaut und angelegt wurde.

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Und in Anlehnung daran heisst Station No6 auf unserer Tour auch Bethmann ´s Cafe und hier bekamen wir auf hübschen Paletten-Möbeln leckeres Mandelgebäck, die Bethmänner 😉 , serviert.

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Hier lädt das Ambiente aus Paletten, Kaffeesäcken und Holztischen zum Verweilen und Cafe-geniessen ein. Geführt wird das Bethmanns von einem sympathischen Mitt-Zwanziger Deutsch-Türken und erfreut sich grosser Beliebtheit.

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Allgemein muss man sagen, finden sich im Nordend nicht nur kulinarisch viele interessante Läden, auch Shopping ist hier wunderbar möglich und beim nächsten Besuch muss ich wohl die Kreditkarte des Lieblingsmannes zum Glühen bringen.

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Am Ende der Tour fanden wir uns im Aussenbereich des MONDNACHT bei einem guten Schluck Wein wieder. Hier konnten wir in den Genuss der original hauseigenen Kreation der Frankfurter grünen Sauce kommen.

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Diese hat bereits den Wettbewerb als beste Frankfurter grüne Sauce gewonnen und ist tatsächlich einfach vorzüglich. In gemütlicher Runde konnten wir die Tour noch einmal Revue passieren lassen und uns ein wenig unterhalten.

Alles in Allem war es eine durchweg gelungene Tour. Sowohl kulturell, wie auch kulinarisch sind wir voll und ganz auf unsere Kosten gekommen und die Tour war sehr interessant und informativ. Zudem einfach sehr schön von Sascha geführt. Vielen Dank an dieser Stelle.
Zwei kleine Kritikpunkte haben wir dennoch. An unserem Tourtag war es sehr heiss und die Sonne knallte uns wirklich auf den Schädel, zudem hatten wir eine etwas ältere Teilnehmerin mit in der Gruppe. Leider wurden wir teilweise doch ziemlich durch die Stationen hinweg gehetzt. An *normalen* Tagen sicherlich kein Problem aber bei 30 Grad im Schatten, sollte man das Ganze doch irgendwie etwas lockerer angehen lassen. So kauften wir uns unterwegs an einem Kiosk beispielsweise nochmal eine Flasche Wasser und die Gruppe lief dann einfach weiter und wir mussten wirklich hinterher hetzen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Der nächste Punkt ist einfach der, dass wir als nicht ortskundige, wie Sascha auch bekannt war durch Gespräche unterwegs und bei der Begrüssung, nach der 6.Station einfach mehr oder minder orientierungslos mit einer Karte von der Tour auf einem Flyer einfach Mitten im Nordend stehen, bzw in unserem Fall, sitzen gelassen wurden. Andere Tour-Teilnehmer erklärten uns dann freundlicherweise noch den Weg zurück zu unserem Auto. Sascha hatte sich zu dieser Zeit bereits verabschiedet.

Ansonsten gibt es aber wirklich nichts auszusetzen und auch bei Phanny möchte ich mich ganz herzlich für den total lieben Kontakt im Vorfeld zur Tour bedanken.
Unsere Frankfurt Nordendtour findet an mehreren Terminen mehrfach pro Woche statt und kostet derzeit 33,-Euro pro Person. Auch ein prima Geschenk, für Menschen, die sonst eigentlich alles haben.

2 comments

  1. Andrina says:

    Och Mensch Frini, jetzt hab ich schon wieder Hunger 🙂 Das klingt echt toll und da ich seit gestern Lust auf alles (von allem ein kleines Stückchen) habe, wäre das JETZT genau richtig für mich 😀

    Liebe Grüße
    Andrina

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